Der neue Verein „Retail+ DUS“ macht neue Technologien für die lokale und regionale Wirtschaft erlebbar. Hier können Interessierte digitale Lösungen für den Handel und die Gastronomie von morgen erleben und von den Erfahrungen anderer lernen.
Text: Jennifer Spatz, Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Lübke
In den vergangenen Jahren hatten der stationäre Handel und die Gastronomie mit einigen Herausforderungen zu kämpfen. Nach den pandemiebedingten Schließungen verschärfte sich der Fachkräftemangel, die Inflation heizte die Preise im Einkauf an und erschwerte den Wettbewerb zusätzlich. Doch davon haben sich die Düsseldorfer Unternehmerinnen und Unternehmer nicht unterkriegen lassen: Sie machen sich bereit für die Zukunft.


Dabei bekommen die Geschäftsleute aus Handel und Gastronomie nun tatkräftige Unterstützung vom neu gegründeten Verein „Retail+ DUS“, initiiert von der IHK Düsseldorf, der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, dem Handelsverband und weiteren Handelsunternehmen sowie Anbietern digitaler Lösungen. Ziel des Vereins ist es, dem stationären Handel und der Gastronomie Wege in eine innovative Zukunft aufzuzeigen. Um diese schon heute erfahrbar zu machen, haben die Vereinsmitglieder unter anderem einen Showroom eröffnet. Dort in der Kaiserstraße 42a in Düsseldorf-Pempelfort haben Interessierte die Chance, neue Technologien ganz frei und ohne Verkaufsgespräch kennenzulernen und Einsatzpunkte für den eigenen Betrieb abzuleiten.
Aktuell gibt es sieben Exponate, weitere sollen folgen. Dazu gehören:
• ein Inventurroboter für automatisierte Bestandskontrollen (MetraLabs)
• ein einfaches Kassensystem für kleine Betriebe (Star)
• ein interaktives Regal zur Betrugsprävention (PoS Tuning)
• eine KI-gestützte Alterserkennung (Diebold Nixdorf)
• ein Tool für digitales Energiemanagement bei gekühlten Lebensmitteln (EMD Retail)
• zwei moderne Werbedisplays für individuelle Werbeanzeigen und multisensorische Werbung (Online Software & Dfirst Impression).
Showroom lädt zum Lernen ein
Dass Händler solche Neuheiten frei testen können, ist enorm wichtig. Der Schritt in Richtung Zukunft ist nicht nur eine große Chance, sondern besonders am Anfang ein großes Investment in neue Technologien, das sich in der Regel erst nach mehreren Jahren amortisiert. Umso wichtiger sind solche Räume, in denen Unternehmerinnen und Unternehmer diese Innovationen unverbindlich kennenlernen können.
Der Showroom soll aber nicht nur eine Ausstellungsfläche sein, sondern auch zum Austausch anregen und ein Begegnungsort sein. Der Verein „Retail+ DUS“ möchte auch ein Netzwerk aufbauen sowie Wissenstransfer ermöglichen. Schließlich gibt es schon heute viele Händlerinnen, Gastronomen und Dienstleister, die bereits stark auf Technologie setzen und Erfahrung mit der ein oder anderen Innovation gemacht haben. Im Mittelpunkt des Vereins steht das gemeinsame Lernen und Wachsen – und das muss keines der Mitglieder alleine machen. Deshalb sammelt der Verein Best Practices und wissenschaftliche Erkenntnisse, teilt sie im Netzwerk und stellt die Ergebnisse zur Diskussion.
Andere Städte zeigen: Innovationsvereine für den Handel funktionieren
Dass ein solches Konzept funktioniert und die lokale und regionale Wirtschaft beflügeln kann, weiß Frank Rehme, Vereinsvorsitzender von „Retail+ DUS“. Er hat auch das Projekt „Future City Langenfeld“ begleitet: Im Showroom, der Whitebox, konnten Interessierte neue Konzepte unverbindlich testen, eigene Vorbehalte prüfen und aus dem Weg räumen.
Auch in Berlin gab es bereits einen ähnlichen erfolgreichen Testlauf. Die sogenannte Retail Garage inklusive Innovationslabor direkt am belebten Potsdamer Platz hat Personen aus dem Handel den digitalen Wandel nähergebracht. Angefangen beim Connected Commerce über Künstliche Intelligenz bis hin zu einem modernen Ladenbau-Design – die Retail Garage lädt noch bis zum Sommer 2025 ein, den stationären Handel mit neuen Augen zu sehen und Potentiale zu heben.
Weitere zukunftsorientierte Artikel finden Sie hier.